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  • Silvia Dober

Spazierst du noch, oder jagst du schon?

Aktualisiert: 18. Okt 2019


Ein wunderschöner Tag.... da schnappt man sich den Hund und macht einen ausgedehnten Spaziergang. Die Vorfreude ist auf beiden Seiten groß, der Mensch freut sich auf einen entspannenden Spaziergang, der Hund... freut sich auf einen Streifzug durch das Revier mit seinem Lieblings-Nichthund.

"Wollen wir raus?" retorische, meist animierende, Fragen an den Hund, mit denen man nur die Vorfreude noch ein wenig pusht. Es ist aber auch einfach zu schön.

Die Luft riecht nach Herbst und die Vorboten der ersten Stürme wehen einem den Sommer aus der immer dicker werdenden Jacke. Über den Berg, durch den Wald und an einer großen Wiese stehen Bänke, um den Blick über die im Tal liegende Stadt zu genießen. Ein Päuschen in ehren, kann niemand verwehren. Und zack ist der Köter weg! Was soll das denn jetzt? Wir waren doch über eine Stunde unterwegs!

Bevor man nun einen Hals auf den Hund entwickelt, sollte man als höheres Wirbeltier (Mensch) innehalten und überlegen, was da so dermaßen entglitten ist. Der Hund? Der Mensch?

Der Hund lebt sein natürliches Bedürfnis aus, indem er herumstreunen kann, das Revier abläuft, die Nase dabei arbeiten lässt. Appetenzverhalten ist ein Teil der Erbkoordination, soll heißen: Gucken, was so geht... ist völlig normal. Appetenz ist eine suchende Aktivität, ein inneres Verlangen (Beute, läufige Hündin, Futter etc.)

Nachdem man nun eine geraume Zeit mit wandern verbracht hat, braucht man eine Pause. Der Mensch hockt sich auf eine Bank und atmet zufrieden seufzend durch. Für den Hund kann das bedeuten: der Mensch legt sich auf die Lauer und nimmt Witterung auf. Wie cool, gleich geht es bestimmt los!

Während der Zweibeiner die pittoreske Landschaft schätzt, such der Hund zu seinen Füßen den ersehnten Schlüsselreiz, denn die Regierung setzt sich bestimmt nicht grundlos an genau die Stelle an den Waldrand. Da geht doch was. Irgendwo muss doch ein appetitliches Karnickel sein. Ein Schlüsselreiz löst das angeborene Verhalten aus und ist nicht mit einem Schlüsseldienst zu verwechseln

Dann kommt der große Moment, denn da hinten hat sich doch was bewegt? Ob Wind im Gras, Nager oder Reh muss sofort untersucht werden (Taxis). Die Nase kriecht in den Wind, damit kein Atom verloren geht.


Der Mensch sieht aus der Peripherie, dass der Hund in eine bestimmt Richtung guckt. Das ist nicht verwerflich, das Tal ist ja auch wirklich wunder-wunderschön. Nur, dass das Tal...ist dem Hund egal.

Wieder Bewegung. Nun begrüße ich den heutigen Ehrengast: die Endhandlung! Der Köter hat sich aus dem Staub gemacht!! Während sich das Orientieren (Taxis) noch unterbrechen lässt, ist Endhandlung kaum zu unterbrechen. Ausser ein Jäger stoppt den eigenen Hund mit einem Projektil (legal, wegen akuter Wilderei), oder der Mensch hat seinen Hund in der Königsklasse "Abruf" über (Bindung und Erziehung) im Griff.


Für die einen ist es ein Spaziergang, für die anderen ein Jagdausflug.

Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr Hund tickt, oder warum er mal "austickt", gehe ich gerne helfend zur Hand.

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