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  • Silvia Dober

Du bist vielleicht ein Typ!

Ein Hund... ist ein Hund... ist ein Hund... und dennoch gibt Unterschiede!

Den Anfang macht der Bewacher und Beschützer. Trifft man einen Molosser, einen Herdenschutzhund oder ähnliche Verteter in gewohnter Umgebung, sind sie entspaaaaant, gelassen, selbstsicher und -ständig. Diese sehr territiorial veranlagten Hunde zeigen nur wenig Interesse an der Jagd und ihre Reaktivität... man muss zwar kein EKG schreiben, doch eine gewissen Grundruhe ist immanent. Da kann man als Mensch mit unlauteren Absichten denken, steigt man dort ein um etwas wegzufinden oder das ein oder andere Schaf aus der Herde zu mopsen ist eine famose Idee, dann liegt man nicht wirklich richtig.

Dann ist Polen offen! Eine sehr hohe Grundschärfe, gepaart mit ausgeprägtem Jagd- und Schutzverhalten kann das Outfit schon mal schreddern.

Vertreter diese Gruppe sind eher Beobachter, Denker und Nachahmungslerner. Spiel- und Apportierfreude... da haben sie entfernt mal was von gehört. Das reicht dann aber auch. Introvertiert, eher ein wenig unflexibel und in Mustern denkend, kommen sie wunderbar durchs Leben. Zur Not sitzt man eine schwierige Situation eben aus. Schon mal einen Neufundländer bewegt, der keinen Bock oder gar den Rückwärtsgang eingelegt hat? An fremden Orten reagieren Beschützer eher misstrauisch und distanziert, sind weniger belastbar und auch mal überfordert. Sie sind in alarmbereitschaft, denn in fremder Gegend gibt es auch unbekannte Gefahren für den zu Schützenden.

Deswegen ist es unabdingbar, dass sie früh und generalisierend lernen.


Wächter und Verteidiger (wie Schäferhunde, Pinscher, Molosser, Treibhunde) sind in ihrer Bewegungsfreude druchschnittlich aktiv und rennen nicht zwangsläufig, wenn der Ball zum Apport fliegt. Sie sind Zuschauer und Spezialisten, was sich in Wach- und Schutzverhalten widerspiegelt. Sie sind in der Lage *Stellen und Verbellen* von *ich bring dich um, du elende Sau!* zu trennen und schützen somit eher befehls- und/oder sportmässig und situativ kontrolliert. Sie sind standorttreu und haben im Normalfall eine mittlere bis hohe Reizschwelle.


Workaholics und Allrounder (Schäferhundrassen, evtl. Terrier und Jagdgebrauchshunde) sind leicht zu motivieren/animieren und allgemein lernfreudig bis hin zu arbeitssüchtig. Die Macher, den Zuschauer sein ist igitt-igitt-baba, sind unverdrossene Bewegungsfreaks. Kooperativ und gruppenorientiert sind sie meist führige Teamplayer und hörbare Wächter. Die Grundschärfe ist auf Verteidigung ausgelegt. Vor- und Nachteil eines gelenkigen Oberstübchens ist, wenn sie nicht körperlich und geistig beschäftigt werden, machen sie das eben selber. Dann beissen einen die Eigenschaften, die man als Mensch bei diesem Typ als Auswahlkriterium gut fand (flexibel, erfinderisch, ausdauernd, anpassungsfähig, extrovertiert) auch mal in die eigenen vier Buchstaben.


Was gibt es noch? Wer mal einen von diesem Typ hatte, oder auch hat, wird es mir vermutlich unterschreiben. Ein Terrier ist eine Nummer für sich. Dazu gehören kleine Terrier, Schnauzer, Spitze, Dackel und auch Pinscher. Ein Hund, der am Widerstand wächst! Je mehr sich die Beute wehrt, um so besser. Zumal man hier erstmal definieren muss, was keine Beute! Diese flauschigen Granaten sind für viele Dinge zu begeistern. Anpassungsfähig, phantasievoll, innovativ, explosiv, selbstsicher bis eigensinnig und leicht abzulenken. Jedes Wort kann man positiv und negativ auffassen, egal ob gewertet, oder nicht, es gehört zum Terrier dazu. Diese extrovertierten Vertreter sind himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, ein feuriges Bündel, das einem Herz und Alltag erwärmt.


Hetzer (Windhunde, Schlitten, u. Jagdhunde) sind zu hause gechillt und weich. Sie brauchen regelmäßige Sprints und Bewegung en masse. Die körperliche Arbeit ist ihr Ding, so wird ein Umstellen auf reine Kopfarbeit aufwändig und schwierig. Denn was ersetzt eine sichtorientierte Hetzjagd am besten? Da ist der Schnüffleteppich schon mal raus. Das Wach- und Schutzverhalten ist eher gering, bei Beute und Ressourcen sieht das schon anders aus. Erst rennt man wie ein bekloppter hinter dem Karnickel her und dann auch noch was davon abgeben? Nix da. Leider wird ihnen oft Sturheit, Lernfaulheit und ein Intelligenzdefizit unterstellt. Es ist jedoch ein Zeichen von Intelligenz, wenn man das macht, was man will. Sachen machen, die man nicht will, schaden nur der Psyche. Katzen sind auch nicht dafür bekannt, daß sie stundenlang in der Badewanne sitzen und wenn es kalt wird warmes Wasser nachlaufen lassen. Schon mal daran gedacht?


Letztendlich fehlen noch die Buddies, die Begleiter, die Kumpel. Spitze, Schnauzer, Pinscher, Zwerghunde, Hütehunde... und jeder Hund, der sich dafür hält. Sie sind lebhaft, gut gelaunte Racker, die das Gesellige lieben. Um in die Gesellschaft zu integrieren, sind sie anpassungsfähig und sagen nicht nein zu Spiel & Spaß. Die leicht motivierbaren Mitläufer sind meist sehr gelehrig, führig und haben einen weichen Kern. Mittendrin statt nur dabei (nicht nur als Slogan/DSF) ist hier das Motto.


Nichtsdestotrotz muss nicht ein Hund einer bestimmten Rasse oder ein Mehrkomponenten-Schnuffi ausschließlich in ein bestimmtes Schema passen. Ausnahmen bestätigen die Regel und am Ende des Tages ist es egal, wer in welcher Gruppe ist oder nicht.


War es ein guter Tag? Bin ich glücklich? Will ich das nochmal? Tut es mir gut?

Fragen, die speziesübergreifend eine essentielle Rolle spielen sollten, bis man sich die Radieschen von unten anguckt.


Silvia Dober







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