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  • Silvia Dober

Aus zwei wird eins

Nun sind einige Wochen ins Land gezogen, das Rudel hat sich mit der aktuellen Lebenssituation arrangiert. Nach dem letzten einschneidenden Erlebnis haben sowohl Ellie, als auch Theo, drei Wochen lang in den Keller gepinkelt. Dafür gibt es keinen Ärger, denn sie haben es vorher nicht gemacht und machen es jetzt auch nicht mehr. Es war alles ein wenig viel für die Jüngsten. Theo ist eh ein wenig Banane im Oberstübchen und Ellie hat alle Bezugshunde verloren, die seit ihrer Ankunft letztes Jahr im März für sie richtungsgebend waren.

Nun bilden Ellie und Theo das Rudel, wobei Madame federführend ist. Theo folgt, ist Sandsack, Sofalehne, Kurzwarenladen und Mädchen für alles. Ellie hat die Hosen an. Er orientiert sich an ihr, so wie sie es damals auch bei all den Verblichenen tat. Und ist Ellie mit zum Training, heult er bis sie wiederkommt. Er hat vieles noch nicht gerafft. So kriegen die Wauzis ab und an mal Nüsse. Sie bekommt zuerst, weil sie die Chefin von beiden ist. Dann ist er dran. Lernen durch Nachahmung klappt nur, wenn man auch schnallt, was man beim anderen sieht. Theo knackt die Beute, frisst die Schale und lässt die Nuss liegen. Ellie zieht ne Schleife und freut sich über den Naturalrabatt.

Die beiden spielen viel und heftig. Sie kommt von hinten und quetscht ihm undiplomatisch die Keule. Volle Möhre. Er steigt darauf ein und dann gibt es von fangen & rempeln, über Zähnefechten und sich überaus zärtlich gegenseitig das Hirn durch das Ohr rausschlabbern, alles.

Theo hat sich als Mitglied des Stammes NIMM entpuppt. Eine subversive Tendenz Sachen zufällig wegzufinden und dann in seinem Lieblingskorb zu bunkern. Fehlen nur noch die Möwen, die seine Müllhalde umkreisen. Knochen, Spielzeug, Schuh, Handtuch, Kauzeug…ein bisschen wie Gollum. Und wiedergeben steht nicht auf dem Plan.

Wenn Ellie nun etwas haben möchte, sich schon vor dem Korb positioniert, dann ist das Theater groß. Theo macht einen auf dicke Hose und warnt, daß die Gläser im Schrank zittern. Ellie guckt sich das eine Weile an und schiebt ab. Zu einem von uns, um sich streicheln zu lassen zum Beispiel.

So kann man vom eigenen Hund auch instrumentalisiert werden.

Zuwendung zieht immer, denn Theo hat mittlerweile entdeckt, das Körperkontakt auch schön sein kann und nicht mit Dresche verbunden ist. Und das immerhin schon nach sechs Monaten. Er zuckt weniger, wenn man ihn streichelt, wagt Annäherung auch von sich aus. Kommt der Eifersüchtige nun um die Ecke, weil er auch geschnuffelt werden will, wartet Ellie noch kurz ab, bis er in Endorphinen und Oxytocin schwimmt. Dann dreht sie sich heimlich um, und geht in Theos Kurzwarenladen lässig einkaufen. Kommt sie mit der Beute um die Ecke, weil man das natürlich auch mit stolzgeschwellter Brust präsentieren muss, guckt Theo mäßig verwundert.

Woher hat die den Pferdeknochen? Sieht irgendwie aus, wie meiner…

Weiter kommt er aber bis dato noch nicht.

Wie die Dinge sich entwickeln, wird sich noch zeigen. Zumindest ist Theo auf dem richtigen Weg. Drücken wir ihm die Daumen, daß er sich dabei nicht verläuft.

Zuzutrauen wäre es ihm durchaus.


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